Kleine Materialkunde – Wie funktioniert die Dämmung?
Grundlagen: Keramik-Nanosphären und der Knudsen-Effekt – warum die thermoreflektierende Beschichtung dämmt.
Keramik ist die Oberkategorie von Glas – Hauptkomponente beider Stoffe ist Quarzsand, beide
haben also eine mineralische Basis. Glaskeramik vereint die Vorteile beider
Werkstoffe: Sie wird zunächst als Glas hergestellt und anschließend durch kontrollierte
Kristallisation in eine teilkristalline Struktur umgewandelt. Bekannte Beispiele sind
Ceran-Kochfelder, Zerodur (Teleskopspiegel) und Dental-Glaskeramik für Zahnersatz.
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Warum Glaskeramik?
Glaskeramik ist weder reines Glas noch herkömmliche Keramik, sondern ein eigenständiger
Hightech-Werkstoff. Sie verbindet die Formbarkeit von Glas mit der mechanischen Festigkeit
und Temperaturbeständigkeit von Keramik – und lässt sich zu extrem dünnen, dennoch stabilen
Wandungen verarbeiten.
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Was steckt in PSCoat?
PSCoat enthält Keramik-Nanosphären – geschlossene, hohle Kugeln aus Glaskeramik. Sie
enthalten Vakuum oder extrem wenig Gas; dadurch wird die Wärmeleitung drastisch reduziert.
Zwei Effekte, ein Prinzip: die Thermoskanne
Eine Thermoskanne hält heiße oder kalte Flüssigkeiten lange auf Temperatur – nicht durch eine
dicke Wand, sondern durch zwei Prinzipien im Doppelwandaufbau: eine verspiegelte Oberfläche, die
Strahlungswärme reflektiert, und ein Vakuum zwischen den Wänden, das die Wärmeleitung fast
vollständig unterbindet. PSCoat nutzt dieselben zwei Prinzipien – nur in einer Beschichtung von
wenigen Millimetern statt in einer Doppelwand.
Dasselbe Prinzip in beiden Fällen: Reflexion an der Oberfläche (Effekt 1) und unterbrochene
Wärmeleitung durch Vakuum im Material (Effekt 2).
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Effekt 1: Reflexion (Thermoreflexion / TSR)
Die Beschichtung reflektiert einen hohen Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung über das
gesamte Spektrum, einschließlich Infrarot (Total Solar Reflectance, TSR). Wie die
Spiegelschicht der Thermoskanne wirkt das an der Oberfläche: Strahlungswärme
wird zurückgeworfen, bevor sie in den Untergrund eindringt.
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Effekt 2: Vakuum-Isolation (Knudsen-Effekt)
Die geschlossenen Kammern in den Keramik-Nanosphären bilden Barrieren für den Wärmetransport.
Der Knudsen-Effekt tritt auf, wenn die Hohlräume kleiner sind als die mittlere freie
Weglänge der Gasmoleküle – bei normalen Gasen nur wenige Nanometer. In so kleinen Räumen
können die Gasmoleküle nicht mehr frei kollidieren und Wärme übertragen, sondern stoßen
hauptsächlich an die Wände. Wie im Vakuum-Zwischenraum der Thermoskanne wirkt das
im Material: Wärmeleitung wird auf Ebene der einzelnen Sphäre praktisch
unterbunden.
Warum Glaskeramik ideal ist
hohe Temperaturbeständigkeit,
chemische Stabilität,
verarbeitbar zu extrem dünnen, stabilen Wandungen,
ermöglicht die Herstellung hocheffizienter, vakuumgefüllter Keramik-Nanosphären.